While the Baby was sleeping – Ausstellung im Museum Peter August Böckstiegel

15. 02. – 17. 05. 2026

Katharina Bosse: While the baby

was sleeping

Museum Peter August Böckstiegel

Werther/Westf.

Eröffnung: 15.02. 11 Uhr

Künstlerinnengespräch: 27.02. 18.30-19.30 Uhr

Katharina Bosse (*1968 in Turku, Finnland) hat sich in ihrem Schaffen intensiv mit der ­ Darstellung von Menschen und in ihren Fotoserien New ­ Burlesque oder A Portrait of the Artist as  a young Mother insbesondere mit der Rolle und ­ Identität von Frauen beschäftigt. Die zwischen 2007 und 2010 entstandenen Fotografien von Blüten und Blumen sind dage­gen eher ungewöhnliche Werke – eine eigenständige Auseinandersetzung mit dem kunsthistorisch tradierten Sujet des Stilllebens, jedoch geschaffen in einer besonderen persönlichen Lebenssituation.

Denn wie der Titel der Serie andeutet, entstanden diese Bilder in den Momenten, in denen der neugeborene Sohn der Künstlerin schlief. In dieser für eine Mutter/Künstlerin so kurzen wie kostbaren Zeit konnte Katharina Bosse zuvor auf dem nahegelegenen Markt gekaufte Blumen und Blüten auf von ihr getragenen Kleidungsstücken oder gekauften Textilien arrangieren, die sie auf dem Fußboden ihres für den kurzen Moment des Mittagsschlafes zum Atelier umfunktionierten Wohnzimmers gelegt hatte. Muster, Faltenwurf oder die Haptik der textilen Oberflächen – allesamt aus „klassischen“ Stillleben bekannte Themen – bilden einen Untergrund für die in Szene gesetzte Pflanze, sei es eine üppige Pfingstrose, ein eher unauffälliges Schnittlauch oder Lilien. Der von oben gerichtete Blick durch die Kamera und die Beleuchtung mit einem Ringblitz schufen eine gleichmäßige Oberfläche, in der die Pflanze und der Stoff eine Einheit oder auch einen Kontrast bilden: vor dem wie unendlich fortsetzbar wirkenden All-Over fügt sich die Blume organisch in den Stoff ein oder lässt einen deutlichen Gegensatz zwischen naturgewachsenen und geometrisierenden Formen entstehen. Analog fotografiert, wurden die Negative erst Jahre später, als der Sohn in die Kita ging, im eigenen Fotolabor vergrößert.

Eine Auswahl aus der Serie ist im Studio des Museums zu sehen.